Nachdem Microsoft – zur Überraschung aller – im letzten Jahr das Surface Book vorgestellt hat, ist es nun auch in Deutschland erhältlich. Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, und bin zu einem Elektronikmarkt meines Vertrauens gegangen und habe mir das gute Stück mal angeschaut. Was ist mein erster Eindruck?

Was ist das Surface Book überhaupt?

Das Surface Book erweitert die Surface Reihe von Microsoft, um eine neue Geräteklasse. Das Surface ist ein Tablet, was mit einer Ansteckbaren Tastatur zu einem Notebook werden kann. Das Surface Book geht den umgekehrten Weg. Es handelt sich dabei um ein Ultrabook/Notebook, bei dem man das Display entfernen kann.
Es gibt dafür verschiedene Geräteklassen. Einige nennen es ein 2-in-1-Gerät, andere einen Hybriden, wieder andere sehen in dem Surface Book ein vielseitiges Ultrabook. Prinzipiell ist es nicht von Bedeutung wie diese Klasse heißt, es soll hier in erster Linie um den Ersteindruck vom Surface Book gehen.

Was sind die Unterschiede zum Surface Pro?

Da sich das Display abnehmen lässt, ist es in diesem Tabletmodus sehr gut mit dem Surface Pro 4 vergleichbar. Was ist denn anders bzw. gleich? Genau wie das Pro 4 (aber auch das Pro 3 und das 3) besteht das Gehäuse aus einer Magnesium Legierung. Das sorgt für den grauen Farbton, macht es aber zum einen Fest genug und zum anderen bei einem Aufprall ziemlich flexibel. Ähnlich wie bei dem Pro 3 und Pro 4, geht rings um das Display der Lüfter entlang. Das sorgt dafür, das man auch mal eine Ecke abdecken kann, ohne dass das Gerät den Hitzetod stirbt. Im oberen Bereich befindet sich eine Plasteabdeckung, damit das Gerät kommunizieren kann. Dort befinden sich auch der Powerbutton und die Lautstärkeregler. Wie schon beim Pro 4, finde ich die Platzierung und das Material der Lautstärkertasten nicht sonderlich gut, das ist beim Pro 3 besser gelöst. An dem unteren Rand lässt sich das Surface Book an die mitgelieferte Tastatur anstecken.
Auf der Rückseite sucht man den Kickstand vergeblich, dafür ist das Microsoft Logo mittig als Spiegel angebracht.
Bei den Anschlüssen schaut man rings rum und reibt verwundert die Augen. Es gibt nur einen Anschluss und das ist der Kopfhöreranschluss. Mehr gibt es am Tablet nicht.

Haptik / Design

Das Surface Book fühlt sich komplett wertig an. Die Magnesium Legierung ist echt ganz was feines. Die Oberfläche ist nicht zu glatt, aber auch nicht zu rau. Viel mehr kann ich zur Haptik nicht sagen.
Beim Zuklappen zeigt sich die – in meinen Augen – größte Schwäche. Durch das Scharnier (später dazu mehr) liegt Tastatur und Display nicht Plan aufeinander. Je näher am Scharnier, desto weiter steht das Display von der Tastatur ab. Das hat zum einen zur Folge, das man beim Scharnier durch das Surface Book schauen kann und das Book, eher wie eine Umgeklappte Zeitschrift aussieht. Die andere Folge ist dann schon viel fataler. Ich stelle mir den Transport des Surface Book in einer Notebooktasche vor. Dabei fällt der mitgelieferte Stift (oder andere – im Zweifel – noch spitzere Gegenstände) zwischen Display und Tastatur. Mit viel Pech ist das Display beim Aufklappen kaputt. Nennt mich Schwarzseher oder Pessimist, aber das ist mir echt zu heiß.

Tastatur

Die Tastatur sieht – bei näherem Betrachten – nicht ganz so hochwertig aus, wie erwartet. Aber sie ist richtig stark, außer die Lautstärke beim Tastenanschlag, konnte ich beim ersten Test nichts negatives Feststellen. Und auch die Lautstärke ist nicht ekelhaft laut, sondern man hört sie halt. Dass die Tastatur das TypeCover 3 in den Schatten stellt, ist keine Überraschung. Das Mousepad ist auch sehr, sehr gut. Hier zeigt Microsoft das sie auch sehr gute Eingabegeräte herstellen können.

Display

Das Display ist mit 13,5 Zoll etwas größer als die „normalen“ Surface Modelle. Auf dem ersten Blick konnte ich das aber nicht erkennen. Im direkten Vergleich, merkt man es dann aber doch. Das Tablet wird – ähnlich dem Surface Modellen – via Konnektoren und Magneten an die Tastatur angedockt. Großer Unterschied: das Trennen erfolgt nur via extra Tastendruck auf der Tastatur. Das Gelenk – oder wie es Microsoft nennt das Muscle Wire – sorgt für Stabilität, oder sollte ich sagen „sollte für Stabilität sorgen“? Denn im Aufgeklappten Modus wackelt das Display stark. Gerade beim touchen auf den Bildschirm, gibt das Display kurz nach. Das sorgt im Zweifel dazu, das man sich vertoucht.
Man kann das Display aber auch „falsch“ rum auf die Tastatur stecken. Microsoft nennt es den Canvas Modus. Aber warum sollte man das tun? Man kann so das Display leicht angeschrägt verwenden, dies soll vor allem für Grafiker nützlich sein. Dieser flache Winkel ist im normalen Modus nicht möglich. Man kommt nur auf etwas mehr als 110-120 Grad. Da ist das Surface Pro (3 oder 4) deutlich flexibler.

Erstes Fazit

Wenn ich nicht ein glücklicher Surface Pro 3 Kunde wäre, würde ich wohl über das Surface Book nachdenken. Aber man muss auch sagen das Microsoft einen stattlichen Preis ausruft, der sicherlich in gewisser Hinsicht auch gerechtfertigt ist. Und es ist das erste Produkt dieser neuen Kategorie. Kein zu verachtender Punkt. Das „Scharnier“ ist noch nicht perfekt, kleine Unschönheiten trüben leicht das Gesamtbild, eines sonst sehr geilem Gerätes.

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Veröffentlicht von Vincisblog

Softwaretester, Technikaffin, Comicnerd und vieles mehr. Gerne auch etwas kleinkariert.

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