In den Medien wird große Panik verbreitet. Microsoft spioniert alle Nutzer aus und keine Nutzer ist mehr sicher. Richtig, oder? Ganz so einfach ist das Thema nicht.

Grundlage

Wie kommen die Medien zu diesen Ansatz? Ziemlich einfach, beim ersten Start konfrontiert dich Microsoft mit einigen Optionen, die sich um deine Daten drehen. Ist die bloße Anwesenheit von einer Option zum Ein- und Ausschalten von Datensammelei, schon ein Grund zur Panik? Nein! Ist es besser wenn der Nutzer nichts davon weiß, das seine Nutzerdaten gesammelt werden? Nein! Sind meine Daten überhaupt noch sicher? Wahrscheinlich nicht, aber das Problem liegt tiefer. Die Geheimdienste dieser Welt lassen grüßen.

Tools zum Aktivieren bzw. Deaktivieren

Ein Großteil aller „Spionage“ Optionen lassen sich an- und ausschalten. Einige nur in der Registry. Sollte ich ein Tool laden was mir die Einstellungen bequem ermöglicht? Aktuell würde ich davon abraten, zu viel Spyware scheint in diesen „Donotspy“-Anwendungen „versteckt“ zu sein. Manuell lässt sich ein Großteil konfigurieren, und dies sollte man auch tun. Aber wo finde ich die Funktionen und welche gibt es? Wofür sind diese da?
Antworten folgen hier!

Allgemein

In den Einstellungen unter Datenschutz findet man, als erstes den Allgemeinen Menüpunkt. Dort findet sich als erstes die Funktion für „Werbe-IDs„. Was ist denn das? Eine Werbe-ID sammelt dein Userverhalten – Browser- und Geräteübergreifend – um dir auf Seiten nicht irgendwas, sondern genau die richtige Werbung anzuzeigen. Wer bereitwilligt seine Daten hergibt, bekommt dafür gezieltere besser „passende“ Werbung. Meine Empfehlung: Ausschalten!
Zweite Funktion „SmartScreen-Filter„. Dieser Filter soll quasi erkennen ob sich hinter einer URL eine Phishingseite – also eine Seite die Logindaten (z.B. vom Online-Banking) abgreifen will – versteckt und dann den Aufruf unterbindet bzw. warnt. Meine Empfehlung: Anschalten!
Dritte Funktion: Schreibverhalten an Microsoft senden um Eingabe- und Schreibfunktionen zu verbessern. Hintergrund ist das die Eingabe – ob nun per Tastatur, Stift oder Touch – verbessert werden kann, wenn mehr Nutzerdaten vorliegen. Wurde der Kringel richtig erkannt oder wann wurde der Richtige Buchstabe erkannt. Sicherlich sinnvoll, will ich aber nicht, also AUS!
Vierte Option: Zugriff auf die eigene Sprachliste Websites gestatten. Was ist die eigene Sprachliste? Ich gestehe da bin ich mir nicht ganz sicher, und Microsoft hält sich scheinbar bedeckt. Aber ich denke es geht um das gesprochene Wort was ich höchst Intim mit Cortana austausche soll, einer Website zur Verfügung gestellt werden. Also ganz klar: AUS!

Position / Kamera / Mikrofon / Kontaktinformationen

Unter dem Menüpunkt Position können zwei verschiedene und doch gleiche Optionen ein- und ausgeschaltet werden. Einmal handelt es sich um die generelle Position des Gerätes. Man kann damit Windows erlauben die Position via GPS, Mobil Funk Netz oder WLAN zu ermitteln. Dies dient oft dazu um Wetterdaten und Nachrichten anzupassen oder – bei mobilen Geräten – Strecken aufzuzeichnen wenn man zum Beispiel joggt. Die zweite Option dreht sich um dieselbe Position nur für das Konto. Also einmal fürs Gerät und einmal für das Konto. Wenn man Cortana nutzen möchte muss man beides anhaben (siehe hier).
Kamera und Mikrofon sind ziemlich ähnlich, darf Microsoft auf Kamera und Mikrofon zugreifen, beide Punkte haben einen separaten Menüpunkt und können getrennt aktiviert bzw. deaktiviert werden. In den meisten Fällen macht es Sinn dass diese an sind.
Unter dem Punkt „Kontoinformationen“ kann man den Zugriff auf Namen, Bild andere Kontoinformationen des Microsoft Kontos freigeben.
Jetzt zu einen riesen großen Pluspunkt von Windows 10: in allen Menüpunkten kann man sehen welche Apps (leider nur Apps, keine Programme) Zugriff auf diesen Punkt möchten. Man kann diese explizit einzeln an- oder ausschalten. Der Vorteil sollte klar sein, wenn ich nicht will das Facebook Zugriff auf meine Kamera hat, dann kann ich es bequem in den Einstellungen unterbinden. Wenn diese Funktion noch auf Programme ausgeweitet wird – was sicher schwieriger ist – bin ich damit absolut zufrieden.

Spracherkennung, Freihand und Eingabe

Unter diesem Menüpunkt versteckt sich die Funktion „Mich kennenlernen„. Microsoft sammelt hier Informationen wie Kontakte, Kalenderereignisse, Sprach- und Handschriftmuster. Was die Kontakte und Kalenderereignisse damit zu tun haben weiß ich ehrlich nicht, aber der Rest sollte dazu dienen das Handschrift erfasste Texte oder Gesprochene Dinge besser auf dich abgestimmt werden. Quasi er lernt mit der Zeit was du schreibst und was du sagst. Als Folge des Abschalten wird Cortana deaktiviert. Ziemlich schwere Entscheidung ob man diese Funktion deaktiviert. Aber man kann mit einem Klick, eine Funktion aufrufen, die anzeigt was Microsoft bereits über einen gesammelt hat. Wer Cortana nutzen möchte kommt hier nicht drum herum.

Kontakte / Kalender / Messaging / Funkempfang

Diese 4 Punkte sind ziemlich ähnlich, man kann unter diesen Punkten Apps auswählen die auf die Kontakte, den Kalender, Lesen und Schreiben von SMS/MMS bzw. den Funkempfang (z.B.: Bluetooth) Zugriff bekommen dürfen oder nicht.

Weitere Geräte

Hier gibt es als erstes die Option das Geräte Daten austauschen können, auch wenn sie nicht gekoppelt sind. Das Stichwort lautet hier Beacons. Dies ist eine Technologie damit ein Chip dein Smartphone/Tablet ohne Koppelung anspricht. Als Beispiel: man geht shoppen und findet ein paar schicke Schuhe, das Telefon bekommt sofort eine Werbung von den Schuhen präsentiert, die auf den Nutzen dieser Schuhe hinweist. Das heißt wenn man sowas möchte, sollte man diese Funktion einschalten, auch wenn es aktuell in Deutschland selten bis gar nicht benutzt wird.
Meine Meinung: Ausschalten!
Eine weitere Funktion ist das Verwenden von Vertragswürdigen Geräten. Wenn Geräte als Vertrauenswürdig eingestuft werden, kann dieses Gerät auf Funktionen des Windows 10 zugreifen (zum Beispiel die Festplatte). Da sehe ich aktuell keinen Nutzen, also aus damit.

Feedback und Diagnose

Unter diesem Punkt werden 2 Optionen angeboten. Zum einen die Feedbackhäufigkeit und zum anderen Diagnose- und Nutzungsdaten. Bei der Feedbackhäufigkeit kann man diverse Optionen auswählen, wie oft Microsoft Feedback bekommt. Häufige Intervalle sorgen dafür das Microsoft reichlich Informationen bekommt, um das System zu verbessern. Weniger Informationen sorgen aber dafür das weniger Daten rausgeschickt werden. Ich persönlich habe „Nie“ gewählt.
Die zweite Option bietet eine Einstellung um den Umfang der Diagnose- und Nutzungsdaten die an Microsoft gesendet werden zu konfigurieren.

Hintergrund-Apps

Der letzte Punkt ermöglicht es Apps die Ausführung im Hintergrund zu erlauben bzw. zu verbieten.

Mein Senf

Nicht alle Optionen sind so schlimm wie von vielen Behauptet, es hat schon seinen Sinn. Bei den Abschalten von Apps wäre es noch gut wenn auch Programme einzeln abgeschaltet werden könnten.
Ist Microsoft die Datenkrake? Nicht mehr als andere Betriebssysteme, und Microsoft hat sicherlich andere Interessen als den Nutzer „auszuspionieren“. Sommerloch-Panikmache ist das in meinen Augen.

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Veröffentlicht von Vincisblog

Softwaretester, Technikaffin, Comicnerd und vieles mehr. Gerne auch etwas kleinkariert.

3 Comments

  1. […] ist das “Ausspionieren der eigenen Kunden” in Windows 10, was da dran ist findet ihr hier. In diesem Beitrag geht es aber um meine Meinung zum Thema Daten und Datenschutz, sind wir zu […]

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  2. […] Wie schon beim iPhone Blog, bitte beachtet das es ein absolut einseitiger Betrachtung ist. Das ist sonst hier im Blog nicht üblich, soll aber in erster Linie die Überschrift untermauern. Wer einen weniger einseitigen Windows 10 Bericht lesen will, der schaue hier oder hier. […]

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  3. […] Für mich bleibt es das beste Windows aller Zeiten. Gründe für den Unbehagen sind Vorwürfe von Datenschutzproblemen und Werbung in dem Startmenü. Diese Werbung empfiehlt Apps aus dem Windows Store. Mittlerweile […]

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